Warum es unserem Paleo Baby so gut geht

Mads_III

Unser Sohn ist nun ein viertel Jahr alt. Obwohl wir mit ihm viele Dinge anders als offiziell empfohlen machen, ist er eines der zufriedensten, vitalsten und glücklichsten Babys, denen wir begegnen durften. Aber… Moment… könnte es gar kein „obwohl“ sondern ein „weil wir mit ihm vieles anders machen“ sein?

Wie es dem Paleo Baby im Paleokinder Haushalt geht

Kurz gesagt: Wunderbar! Er ist fast immer zufrieden. Er lacht andauernd und ackert und bewegt sich, was das Zeug hält. Er sieht extrem vital aus, hat einen sehr gesunden Appetit und schläft großartig. Er wacht ungefähr ein Mal pro Nacht auf, um zu trinken. Aber warum ist das so? Wir glauben, dass es an unserem Paleo Lebensstil liegt, der nur zu einem Teil aus artgerechter Ernährung besteht.

Was wir mit dem Paleo Baby anders machen

  1. Das Paleo Baby kann Muttermilch trinken, wann und so viel es will

Wir glauben nicht an eine Frequenz oder einen Mindestabstand zwischen Stillmahlzeiten. Wir haben vollkommenes Vertrauen in die natürlichen Instinkte des Kindes. Und die variieren je nach Situation, genau wie bei Erwachsenen. Jeder, der daran zweifelt, kann gern einmal folgendes Experiment durchführen: Er lege sich zwei Tage nur ins Bett und schaut, wie groß ihr oder sein Appetit ist und schreibt die aufgenommenen Nahrungsmittel und Mengen auf. Danach zwei Tage den ganzen Tag Bewegung inklusive 60 Minuten Krafttraining. Bitte ebenfalls die Nahrung notieren. Bei mir persönlich wäre die Nahrungsaufnahme an den Tagen drei und vier mindestens 50% höher. Gleiches gilt für Babys. Sehr viele Faktoren beeinflussen die notwendige Nahrung. Man denke allein an die Temperatur.

Die endlose Liste der vielen, vielen Vorteile des Stillens würde an dieser Stelle den Umfang des Posts sprengen. Es geht bei der Stillfrequenz nur zu einem kleinen Teil um Nahrungsaufnahme. Viele weitere Faktoren, die maßgeblich die Zufriedenheit und Entwicklung des Babys positiv beeinflussen, werden durch Stillen nach Bedarf gefördert.

  1. Das Paleo Baby schläft im Familienbett

Wahlweise bei der Mutter (mit Abstand die beliebteste Stelle), irgendwie neben der dreijährigen Schwester (die meist aber quer übers gesamte Bett liegt) und hin und wieder bei Papa. Nach den offiziellen Leitlinien fürs richtige Schlafen von Säuglingen machen wir alles falsch. Wir wählen aber lieber die Babyreaktionen als Indikator fürs Wohlbefinden und die zeigen eindeutig, dass es ihm wunderbar geht.

  1. Die Paleo Baby Mutter ernährt sich artgerecht

Die Ernährung der Mutter hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden des Babys. In unserem Fall beobachten wir es beispielsweise, dass die kleinste Menge an Milchprodukten (z.B. etwas Butter ans Gemüse) zu Blähungen bei unserem Sohn führt. Keine Milchprodukte, keine Blähungen, zufriedeneres Baby.

Darüber hinaus beeinflusst die Ernährung der Mutter maßgeblich die Zusammensetzung der Muttermilch. Mütter verbringen zwar wahre Wunder, wenn es darum geht, trotz schlechter Ernährung eine geeignete Muttermilch aufrecht zu erhalten. Dennoch weist die Milch von artgerecht ernährten Müttern andere Profile hinsichtlich Makro- und Mikronährstoffen sowie Fettkomposition auf. Gleichzeitig wird der mütterliche Organismus entlastet, wenn man ihm die zur Milchbildung notwendigen Stoffe mit der Nahrung liefert. Entlastung der Mutter, entspanntere Mutter, entspannteres Baby.

  1. Das Paleo Baby ist viel an der frischen Luft und in der Sonne

Wir werden oft darauf angesprochen, dass unser Sohn so braun sei. Er ist sehr viel an der frische Luft und in der Sonne. Bei Spaziergängen verbringt er bis zu 45 Minuten selbst in der sommerlichen Mittagssonne. Dabei hatte er noch nie die leichtesten Anzeichen eines Sonnenbrandes.

Es wird immer wieder geschrieben, dass Babyhaut keinen eigenen Sonnenschutz besitzt und Babys auf keinen Fall in die Sonne dürfen. Was macht das für einen Sinn? Ab wann existiert dieser Sonnenschutz? Woran merke ich, dass das Baby keine Sonne verträgt? Bekommt es dann ausreichend Vitamin D nur über die Muttermilch? Wir folgen auch hier unseren Instinkten. Wir würden unseren Sohn niemals mehrere Stunden im Sommer in die Mittagssonne legen, aber das würden wir mit uns selbst auch nicht machen. Aber er fühlt sich in der Sonne wohl und bekommt eine gesunde Hautfarbe. Und ja, wenn ihn die Sonne blendet, macht er die Augen zu, was Babys nach vielen Berichten angeblich auch nicht können.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass unsere Sonnenphobie mehr Schaden als Nutzen bringt. Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass ich seit Beginn meiner Paleo Ernährung wesentlich mehr Sonne vertrage als vorher. Offen gesagt habe ich mittlerweile mehr „Angst“ vor künstlichem Sonnenschutz als vor Sonne. Durch ein langsames Gewöhnen an Sonne bereits im Frühjahr und das Aufsuchen von Schatten, wenn es zu viel an Sonne wird, hat bei uns dazu geführt, dass wir vollkommen ohne Sonnencremes auskommen, ohne jemals nur Hautrötungen zu haben.

  1. Das Paleo Baby wird fast immer getragen

Wir tragen unseren Sohn fast immer am Körper. Wenn er wach ist, meist auf dem Arm, wenn er schläft kommt er in die Babytrage. Unseres Erachtens ist es wichtig, dass Kinder auch ohne Tragehilfe auf dem Arm getragen werden, wenn es möglich ist. Mehr dazu hier.

  1. Er trägt sehr selten und immer weniger eine Windel

Wir praktizieren „windelfrei“ oder „natürliche Säuglingspflege“. Die Vorteile für das Kind (neben den ökologischen Aspekten durch weniger Windelmüll) sind immens:

  • Enge Kommunikation mit dem Kind
  • Kein längeres Liegen in den eigenen Exkrementen (bei unserer Tochter ist es immer mal wieder vorgekommen, obwohl wir sehr darauf geachtet hatten)
  • Keine motorische Einschränkung durch dicke Windeln zwischen den Beinen
  • Zugang zum Windelbereich für das Kind selbst zum Erkunden, „was da unten so los ist“

Viele weitere Infos beispielsweise hier.

Wir sind davon überzeugt, dass windelfrei sehr zur Zufriedenheit unseres Sohnes beiträgt.

  1. Unser Paleo Baby wurde in einer entspannten Atmosphäre geboren und hatte von Anfang an engen Kontakt zur Mutter

Die Geburt und die unmittelbare Zeit danach sind nicht hoch genug für Glück und Zufriedenheit von Mutter und Kind einzuschätzen. Unser Sohn wurde im Geburtshaus zur Welt gebracht. Kein grellles Licht, keine unmittelbaren Untersuchungen, sofortiges Anliegen zum Stillen, ausreichend Zeit nach der Geburt, natürlicher Geburtsverlauf etc. etc. Auch zu diesem Thema könnte man (und es gibt sie) ganze Bücher schreiben. Je entspannter und natürlicher Geburt und Zeit unmittelbar nach der Geburt verlaufen, desto ausgeglichener sind Mutter und Kind.

Das waren einige Gründe, warum es unserem Paleo Baby so gut geht. Wie geht es euren Paleo Babys? Was sind eure Erfahrungen? Wir sind sehr gespannt!

Herzlich, euer Jan

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Literaturverzeichnis

Ballard, Olivia, and Ardythe L. Morrow. “Human milk composition: nutrients and bioactive factors.” Pediatric Clinics of North America 60.1 (2013): 49-74.

Francois, Cindy A., et al. “Acute effects of dietary fatty acids on the fatty acids of human milk.” The American journal of clinical nutrition 67.2 (1998): 301-308.

Koletzko, Berthold, Iris Thiel, and Philip O. Abiodun. “The fatty acid composition of human milk in Europe and Africa.” The Journal of pediatrics 120.4 (1992): S62-S70.

1 Antwort

  1. Interessanter Beitrag! Auch wenn ich (ernährungstechnisch) nicht paleo lebe, versuche ich immer wieder auf entsprechende Rezepte zurück zu greifen; dies vorweg. Was die restlichen Punkte zum Thema Baby betrifft, gehe ich nahezu identisch vor. Mit dem Thema windelfrei habe ich mich (leider!) viel zu spät beschäftigt, so dass ich das wohl kaum mehr umstellen kann – mein Sohn ist 8 Monate alt. Das wird beim nächsten Kind anders 😉 Wir sind alternativ auf Naty Windeln umgestiegen. Was ich eigentlich sagen möchte: Diese ursprüngliche Art mit dem Säugling umzugehen ist großartig. Nach der Geburt Ruhe, gedämpftes Licht, sofort nach der Entbindung viel und lange Hautkontakt und selbstverständlich stillen (ich war diesbezüglich in einem phänomenalen Krankenhaus!). Unser Sohn schläft nahezu immer bei mir im Bett oder am Körper im Tragetuch (bei knapp 10 kg eine Herausforderung!), wir tragen ihn sehr viel, er wird nach wie vor gestillt und zwar dann, wenn er es möchte. Auch beim Thema Sonne verfahren wir gleich und hören immer wieder „hat der ne gesunde Hautfarbe!“ :) und: wir haben ein ausserordentlich gesundes, sehr aufgewecktes, vitales und glückliches baby, das bisher nicht einen Tag krank gewesen ist. Ich kann jeden Eltern – gerade was das Thema Nähe betrifft – nur raten auf seinen Instinkt zu hören und nicht auf all die gutgemeinten Ratschläge („lass doch mal schreien,der muss das lernen“ etc. – die Liste ist lang…). An dieser Stelle darf ich auch auf die Bücher von Herbert Renz-Polster verweisen. Kinderarzt und begnadeter Autor. Jeder „Paleoaner“ wird mir diesbezüglich Recht geben. Es ist schön zu lesen, dass es wohl doch noch Eltern gibt, denen in erster Linie das Kind am Herzen liegt und nicht, dass es möglichst schnell abgestillt wird und alleine schlafen „lernt“.

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