Schwangerschaft mit Paleo – Ein Erfahrungsbericht

Schwangerschaft mit Paleo

Ich will mir in keinster Weise anmaßen, die Höchstleistungen von schwangeren Frauen insbesondere in der heutigen Zeit herunterzuspielen. Auch zu der Schwangerschaft, von der ich hier berichten möchte, habe ich nicht viel beigetragen. Dennoch werde ich im Folgenden aus sprachlich vereinfachenden Gründen häufiger von „wir“ sprechen, obwohl meine wundervolle Frau die ganze Arbeit geleistet hat. Und trotzdem: Im Vergleich zu den anderen Schwangerschaften, die wir um uns herum erlebt haben, war „unsere“ wesentlich leichter. Und wir haben die starke Vermutung, dass unser Paleo Lebensstil maßgeblich dazu beigetragen hat.

Mit Paleo durch eine unbeschwerte Schwangerschaft

Als Wissenschaftler bin ich mir bewusst, dass „unsere“ Paleo Schwangerschaft nicht repräsentativ ist. Wenn meine Frau eine einfache Schwangerschaft ohne Komplikationen durchleben durfte, bedeutet das nicht, dass alle Frauen durch einen Paleo Lebensstil eine ebenso unkomplizierte Zeit verleben werden. Aber: Wenn ich die Schwangerschaften in unserem Freundes- und Bekanntenkreis betrachte, so bildet meine Frau ohne Komplikationen bei Mutter und Kind die seltene Ausnahme. Bei fast allen anderen Schwangerschaften traten gesundheitliche Störungen bei Mutter oder Kind auf: Thrombosen, Schwangerschaftsdiabetes, zu starke Gewichtszunahme des Kindes, komplizierte Geburten mit Not-Kaiserschnitt, Frühgeburten, starke Gelbsucht beim Kind usw. usw. All diese Leiden gab es bei uns nicht. Das – gepaart mit den vielen anderen positiven Erfahrungsberichten von Paleo-Müttern – lässt bei uns die Überzeugung entstehen, dass unser Paleo Lebensstil dafür verantwortlich ist.

Schwangerschaftsbeschwerden werden als normal wahrgenommen

Wen wundert es? Wenn alle Beschwerden haben, dann wird dies als normal angenommen. Eine Umfrage von netmoms.de unter 3.500 Frauen zeigt folgendes Bild unter Schwangeren

  • 54% sind müde
  • 41% haben Sodbrennen
  • 38% haben Rückenschmerzen
  • 32% weisen Stimmungsschwankungen auf
  • 27% haben Schlafprobleme
  • 26% ist häufig übel
  • 24% haben Wassereinlagerungen in den Beinen
  • 15% zeigen Hitzewallungen
  • 14% haben Wadenkrämpfe
  • 10% leiden unter Verstopfungen.

Dazu kommt der unter Schwangeren berüchtigte Heißhunger, den, je nach Quelle, 70-90% der Frauen angeben. Immer mehr Frauen nehmen in der Schwangerschaft übermäßig zu und immer mehr Babys kommen zu schwer auf die Welt. Noch weniger erfreulich: Schwangerschaftsdiabetes tritt mittlerweile bei knapp 4% aller Schwangeren mit einer hohen vermuteten Dunkelziffer auf. Darüber hinaus werden in Deutschland mittlerweile fast 10% aller Kinder zu früh geboren, Tendenz steigend.

Beschwerden in „unserer“ Paleo Schwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft war meine Frau nicht sehr begeistert von Essen an sich. Ihr war nicht wirklich schlecht, es war eher ein flaues Gefühl im Magen und eine gewisse Appetitlosigkeit. Insbesondere intensive Fleischgerichte wie Gulasch und Ragouts stellten ein Problem dar. Dafür nahm die Begeisterung für Süßes zu. Wir mussten mehr Obst und Paleo Süßigkeiten (unsere Highlights in dieser Kategorie findet ihr auch bald als Rezept Post) im Hause haben. Es artete aber nie in extreme „Fressattacken“ aus.

Darüber hinaus war sie in den ersten drei Monaten etwas müder als sonst. Wen wundert’s, wenn man bedenkt, was der weibliche Körper in dieser Zeit alles zu leisten und aufzubauen hat.

Das war es mit den Komplikationen. Meine Frau hat in der Schwangerschaft 12 kg zugenommen. Der Durchschnitt bei Frauen ihrer Körpergröße und ihrem Ausgangsgewicht liegt bei 16 kg (Henk 2012). Selbst kurz vor der Niederkunft (Foto zwei Wochen vor Geburt unseres Sohnes siehe oben) hatte sie nur am Bauch zugenommen. Der restliche Körper blieb eigentlich unverändert.

Für eine „Komplikation“ scheinen wir eine Veranlagung zu haben. Unsere Tochter (geboren 2012) kam in Beckenendlage zur Welt. Auch in der aktuellen Schwangerschaft lag unser Sohn lange mit dem Po nach unten, was uns in dieser Zeit ob der vorherigen Erfahrungen belastete. Es hätte bedeutet, dass wir zur Geburt nicht in ein Geburtshaus hätten gehen können, sondern wieder im Krankenhaus entbinden müssten. Also begannen wir nach umfangreichen Recherchen, bestimmte Übungen und Techniken anzuwenden, um das Kind zu „drehen“. Keine Angst, es fand keine externe Kraftausübung auf das Kind statt. Es handelte sich vielmehr um sanfte Lagerungsveränderungen des schwangeren Körpers und leichte Gymnastikübungen. Hierzu wird es bestimmt auch einmal einen separaten Post geben.

Natürlich kann es wiederum sein, dass sich unser Sohn von allein gedreht hätte. Viele Kinder verändern ihre Lage regelmäßig während der Schwangerschaft. Wir wissen es nicht genau. Was wir wissen, ist, dass er sich in der 32. Woche gedreht hat und bis dahin konstant in Beckendendlage lag. Diese Lageveränderung fand zwei Wochen nach Beginn unserer Übungen statt. Damit konnten wir unseren Sohn überglücklich im Geburtshaus zur Welt bringen (eine Hausgeburt haben wir uns noch nicht getraut, aber wer weiß…).

Unser Paleo Lebensstil während der Schwangerschaft

Wir versuchen, „unserem“ Paleo Lebensstil jeder Zeit so gut es geht zu folgen. Das galt genauso für die Zeit der Schwangerschaft. Dennoch haben wir einige Dinge angepasst.

Paleo Ernährung in der Schwangerschaft

Unsere Ernährung während der Schwangerschaft meiner Frau hat sich eigentlich nicht von unserer sonstigen Paleo Ernährung unterschieden. Meine hartnäckigen Versuche, die Ernährung mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse des schwangeren Organismus zu optimieren, sind nur von begrenztem Erfolg gekrönt worden. Meine Frau ist eben noch hartnäckiger in der Verweigerung bestimmter Nahrungsmittel;-) Aber das hat mit Sicherheit auch seinen Sinn.

Leber ist eines der nährstoffreichsten Nahrungsmittel überhaupt

Leber ist besonders reich an Retinol (oftmals vereinfacht mit Vitamin-A gleichgesetzt), Eisen, B12, Zink und Folat, allesamt sehr wichtig für Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. Insbesondere Folat (nicht die synthetische Folsäure – die ist eher schädlich!) ist essentiell für Schwangere, da es die neuronale Entwicklung des Embryos fördert. Unsere Philosophie ist es, alle essentiellen Nährstoffe aus der Nahrung zu beziehen, da sie dort in der natürlichen Form und mit hilfreichen Co-Substanzen, die wir bis heute kaum verstanden haben, daherkommen. So sind die Nährstoffe für den Organismus besonders gut absorbier- und verwertbar.

Die „Nährstoff-Bombe“ Leber wird seit Jahrtausenden bei Naturvölkern den Schwangeren gegeben, da sie um den Wert von Leber und anderen Innereien wissen. Daher habe ich wirklich alles versucht, meiner Frau Leber zu servieren. Keine Chance. Sie kam einfach nicht dagegen an. Wer Leber mag, sollte sie gerade während der Schwangerschaft konsumieren. Aber bitte nur von artgerecht gehaltenen, grasgefütterten Tieren (Weidehaltung). Eine Alternative dazu ist mir zu spät über den Weg gelaufen. Es gibt mittlerweile „desiccated liver“. Das ist getrocknete, zerkleinerte Leber in Kapseln. Leider gibt es meines Wissens nach in Deutschland keine, die von grasgefütterten Tieren stammt und keine unnötigen Zusatzstoffe enthält. Aber eigentlich kann man die sich für den eigenen Verbrauch auch selbst herstellen.

Eigelb ist ein natürliches Multivitamin

Eigelbe sind ähnlich wie Leber sehr reich an vielen wichtigen Mikronährstoffen und enthalten viel Fett, was für Schwangere extrem wichtig ist. Besonders hervorzuheben ist der hohe Cholin-Gehalt (Cholin = Vitamin B4) von Eigelben. Cholin spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der neuronalen Entwicklung des Embryos. Cholin wird oftmals übersehen und ein großer Teil aller Schwangeren ist zu gering mit Cholin versorgt.

Eier werden von vielen Menschen gemocht und sind eine wertvolle Ergänzung auf dem Speiseplan von Schwangeren. Sie sind deutlich weniger geschmacklich polarisierend und können in viele Speisen integriert werden. Meine Frau hat während der Schwangerschaft Eier konsumiert. Leider gibt es nicht wenige Menschen, die Eier nicht vertragen.

Meeresfisch ist ein wichtiger Fett-Lieferant

Fisch ist eine herausragende Quelle für die langkettigen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA. Diese Fettsäuren sind essentielle Bausteine insbesondere für das Gehirn. Mit ihnen werden die Neuronen aufgebaut und das Gehirn vor oxidativem Stress geschützt. Die besten Quellen für EPA und DHA bilden Lachs (Wildlachs, keine Zuchtware), Hering, Makrelen und Sardinen. Wem wilder Lachs zu teuer ist (um die 30 Euro je Kilo), der greift auf Hering oder Makrele zurück. Meine Frau liebt insbesondere gebratenen Lachs. Um das Budget nicht zu sehr zu strapazieren, esse ich dann Makrele, die nur als Wildfang angeboten wird und auch geräuchert wunderbar schmeckt.

Lebertran

Ja, Großmutter hatte Recht. Lebertran ist nicht nur für Schwangere ein sehr wertvoller Nährstoff-Lieferant. Er ist reich an Vitamin A und die beste Nahrungsquelle für Vitamin D (ansonsten über Sonneneinstrahlung auf der Haut gebildet). Sehr viele Menschen haben einen Vitamin D Mangel. Es spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung des embryonalen Skeletts.

Lebertran war für meine Frau ähnlich attraktiv wie Leber. Wir haben versucht, uns hier mehr auf Fisch zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass wirklich guter, unbelasteter Lebertran sehr teuer ist.

Fokus auf Fett

Für Schwangere (und alle anderen Menschen auch) ist eine ausreichende Versorgung mit Fett extrem wichtig. Essentielle Fettsäuren sind zentrale Bausteine für den Embryo. Die Frau braucht viel Energie für sich und das entwickelnde Kind. Fett hilft auch dabei, den Eiweiß-Konsum während der Schwangerschaft nicht zu übertreiben. Studien zeigen, dass eine Kalorienaufnahme durch Eiweiß von über 25% Anteil an der gesamten Kalorienaufnahme negative gesundheitlich Folgen haben kann. Ein hoher Fettgehalt in der Nahrung hilft, nicht zu viel mageres Eiweiß zu sich zu nehmen. Wir haben hierfür insbesondere Butter in den Speiseplan integriert, auch wenn sie als Milchprodukt nicht „Paleo“ ist. Butter hilft auf leckere Art und Weise den Fettgehalt in der Nahrung zu erhöhen. Wir haben in den sauren finanziellen Apfel gebissen und rohe Sauerrahm-Butter bestellt. Auf jeden Fall sollte die Butter möglichst von Bio-Rindern in Weidehaltung stammen. Sie ist weniger belastet und weist ein optimales Fettprofil auf. Man sollte jedoch darauf achten, dass man Milchprodukte wirklich verträgt.

Insgesamt bei der Nahrung auf Qualität und Nährstoffgehalt achten

Darüber hinaus haben wir möglichst viele verschiedene Gemüsesorten je nach Saison in den Speiseplan integriert. Insbesondere dunkelgrüne Blattgemüse liefern viele Mikronährstoffe, z.B. das beschriebene Folat. Wenn möglich und geschmacklich durch meine Frau tolerierbar, habe ich bindegewebsreiche Fleischstücke und Knochen (Knochenmark ist eine extrem wertvolle Fettquelle) als Ragout oder ähnliches bereitet. Insbesondere das Kollagen aus den bindegewebsreichen Nahrungsmitteln liefert wertvolle Bausteine für den sich entwickelnden embryonalen Organismus. Eine tolle Möglichkeit bieten hier Knochen- und Fleischbrühen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Hühnerbrühe die am wenigsten geschmacklich problematische Variante darstellt.

Weitere Bausteine des Paleo Lebensstils in der Schwangerschaft

Neben der Ernährung haben wir darauf geachtet, mindestens eine Stunde am Tag spazieren zu gehen. So viel Zeit wie möglich haben wir in der Frühjahrs-Sonne verbracht, um die Vitamin D Produktion anzuregen. Gleichzeitig haben wir ein regelmäßiges Gymnastikprogramm durchgeführt („Down there for women“ von Katy Bowman). Wir haben darauf geachtet, möglichst wenig in Stühlen zu sitzen. Dafür mehr auf dem Boden in unterschiedlichen Positionen. All diese Aktivitäten sind wundervolle Unterstützungen für den Beckenboden.

Darüber hinaus war Schlaf eine absolute Priorität. Zur Not haben wir Aktivitäten ausfallen lassen oder in schlaffreundlichere Tageszeiten verschoben. Das war nicht immer bequem, aber wenn man um die Bedeutung des Schlafes für den menschlichen Organismus weiß, so fällt eine Priorisierung leichter.

Das Ende der Schwangerschaft und die Geburt

Zehn Tage vor der Geburt unseres Sohnes war es so langsam klar, dass es bald losgehen würde. Meine Frau sagte des Öfteren, dass sie „keine Lust mehr“ habe. Ihr ging es nicht wirklich schlecht, aber der Körper schien nun alles für die Geburt vorzubereiten.

Die Wehen setzten zwei Tage vor der Geburt in leichter Form insbesondere nachts ein. Wir konnten uns daher langfristig auf die Geburt einstellen. Letztendlich machten wir uns gegen 00.00 Uhr auf den Weg in das Geburtshaus. Unser Sohn wurde um 3.43 Uhr geboren. Seien wir ehrlich, auch eine Paleo Geburt ist für die Frau keine angenehme Sache. Aber es traten keine Komplikationen oder Stillstände auf. Im Vergleich zu vielen anderen Geburten war auch die Zeit der intensiven Wehen vergleichsweise kurz.

Eine Besonderheit trat bei der Geburt noch auf. Mein Sohn wurde mit „Glückshaube“ geboren. Das bedeutet, er ist komplett in der Fruchtblase auf die Welt gekommen. Die Fruchtblase wurde außerhalb des mütterlichen Körpers durch die Hebamme geöffnet. Die Hebamme teilte uns mit, dass dies erst die zweite Geburt in 28 Jahren war, die sie in dieser Form erlebt hat.

Mein Sohn kam quietschfidel zur Welt und trank wenige Minuten nach der Geburt bereits von der Brust. Wir waren und sind überglücklich und haben das Geburtshaus gegen 7.30 Uhr verlassen und uns zu Hause alle im eigenen Bett eingeigelt.

Wie mein Sohn gedeiht und wächst werde ich in weiteren Posts berichten.

Herzlich, euer Jan

 

Literaturverzeichnis

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11 Antworten

  1. Sehr schöner Bericht. Wir leben seit knapp 1 Jahr nun Primal. Während der Schwangerschaft kannte ich Paleo noch nicht (Sohn ist jetzt 3). Ganz ohne Paleo hatte ich oben beschriebene Traumschwangerschaft.
    Knapp 12Kg Gewichtszunahme. Keine Essattacken (mal ab von einer lustigen Tomatenliebe, dabei mochte ich die vor der Schwangerschaft nicht) keine Diabetes o.ä. mein Sohn kam ebenfalls mit der Glückshaube zur Welt und die Hebamme öffnete die Fruchtblase während der Geburt. Einziges „Manko“ ich konnte aufgrund von nachlassenden Wehen keine Wassergeburt bekommen die ich gern gehabt hätte.
    19 Monate glücklich gestillt. Das alles geht also auch ohne Paleo sofern man sich vorher schon gesund ernährt.

    • Hey Sabrina,

      wie wundervoll, von weiteren postivien Beispielen zu erfahren, ob nun Paleo oder nicht:-) Leider zu selten… Euch weiterhin alles Gute! Berichte zum Paleo-Leben mit größeren Kindern folgen.

      Herzliche Grüße von Jan

  2. Es ist wunderbar zu hören, dass es nicht nur bei mir so positiv und doch echt ziemlich ähnlich verläuft. Ich ernähre mich zwar nicht strikt Paleo, verzichte aber schon seit Jahren auf Weizen, Zucker und jegliche Fertigprodukten. Ich bin jetzt in der 35. Woche und mir geht es nach wievor ziemlich blendend, sodass ich bis heute regelmäßig Sport treiben konnte. Das einzige wirkliche Schwangerschaftslaster das ich habe ist Eiscreme. Außerdem gab es jeden morgen frischen Saft mit Süßkartoffeln Möhren, Ingwer Äpfeln und Ananas, da ich auch der Meinung war meinen Folsäurebedarf natürlich zu decken. Ich denke die Ernährung trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die Schwangerschaft so gut verläuft und sich Mutter und Kind gut fühlen. Ich freu mich auf die nächsten Updates, schließlich ist es auch bald bei uns soweit:) Liebe Grüße aus Berlin, Lisa

    • Hey Lisa,
      das sind tolle Nachrichten! Ich freue mich für dich und wünsche dir alles erdenklich Gute für deine restliche Schwangerschaft. Ja, Weizen und Zucker machen schon so viel aus.
      Zum Thema Eiscreme: Die Tage poste ich (auch wenn dies hier kein Rezeptblog werden wird, das können andere so viel besser:-)) unser Paleo-Eis, was wir wirklich lieben und 3 Minuten in der Zubereitung braucht. Das hilft uns echt oft weiter.
      Alles Liebe, Jan

  3. Hallihallo :-)

    ich bin gerade über diesen Artikel gestolpert und wollte gerne ein paar Gedanken da lassen, denn ich sehe die Ursache komplizierter Geburten (ob mit oder ohne KS), viele Frühgeburten, übermäßige Gelbsucht und auch ganz viele andere Probleme als ein hausgemachtes Problem, was m.M.n. wenig mit der Ernährung zu tun hat (bei anderen Dingen wie Gestose, Diabetes, extremer Müdigkeit, Sodbrennen usw stimme ich natürlich zu, dass da sehr viel bewirkt werden kann).

    Zu den komplizierten Geburten: Prof. Alfred Rockenschaub war zwischen 1965-1985 leitender Chefarzt in der Ignaz-Semmelweis-Klinik in Wien und hatte bei einer Gesamtzahl von rund 45.000 Geburten eine gleichbleibende niedrige Kaiserschnittrate von knapp über einem Prozent.
    So sagt dieser auch ganz klar, dass alles was darüber hinausgeht, gemacht ist. Sein Buch „Gebären ohne Aberglaube“ räumt in dieser Hinsicht mit allerlei Mythen auf. So können 95% aller Frauen definitv natürlich und ohne Eingriffe gebären, wenn man sie nur lässt und sie richtig unterstützt. Nach seinen jahrelangen Erfahrungen braucht nur dieser kleine Rest medizinisch-technische Hilfe in Form von Schmerzmitteln, Saugglocke, Wehenmitteln, Dammschnitt oder Kaiserschnitt. Heute ist das Verhältnis genau umgekehrt, nur mehr circa 5% aller Frauen erfahren keinerlei Eingriffe bei ihrer Geburt.
    ( http://forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=594 + http://www.hebamme-martina-eirich.de/index.php?id=66&no_cache=1&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=13&tx_ttnews%5BbackPid%5D=16&cHash=537d38323b )

    Viele weiterführende Probleme, die Kinder und Mütter im Verlaufe der Geburt und danach haben, sind leider auch oft Teil von Interventionskaskaden (Weheneinleitung, frühes Abnabeln, Kristellern usw). So ist die Rückenlage beispielsweise die ungünstige Position zum Gebären (wohlgemerkt nach dem Kopfstand) und provoziert schlechte Herztöne, einen schlechteren Allgemeinzustand der Mutter, Schwierigkeiten beim Austritt des Kindes, heftigere Schmerzen, Dammrisse uam.

    Und weil oben von der Beckenendlage geschrieben wurde: Auch diese gehört eher zu den Problemen, die keine sind, denn Babys in dieser Position können in den allermeisten Fällen sehr problemlos vaginal geboren werden, wenn man weiß wie. Hier berichtet einer, der sich damit sehr gut auskennt: http://www.greenbirth.de/BEL.pdf

    Aber auch für Einstellunganomalien gibt es haufenweise tolle Ratschläge, die man in der Schwangerschaft berücksichtigen kann. Siehe dazu das Buch „Optimierung der Kindslage“. In diesem Büchlein wird u.a. erläutert, wie sehr solche Probleme mit unseren modernen Sitzgelegenheiten zusammenhängen und warum Babys so zu wenig Platz im Becken zur Verfügung haben und wie man nun eigentlich für ausreichend gute Bedingungen im Alltag sorgen kann.

    Eine Anmerkung noch zu den Frühgeburten:
    Dr. Rupert Linder berichtete beispielsweise, dass dieser in seiner gynäkologischen Praxis seit vielen Jahren eine Frühgeburtenrate von lediglich einem Prozent hat und das obwohl ungefähr die Hälfte aller Schwangeren bei ihm im Laufe der Zeit Tendenzen zur Frühgeburt zeigten. Sein Behandlungskonzept beruht vorallem darauf, Frauen miteinzubeziehen, auf Angstreduzierung, schon leichteste Frühgeburtsanzeichen ernstzunehmen und Schwangere gezielt in ihrem (Arbeits)Alltag mit verschiedensten Maßnahmen zu entlasten.

    Dafür braucht es aber vorallem, dass sich behandelnde Ärzte zeitnehmen und das passiert heute immer weniger. Bei einer bewusst gewählten Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft gibt es auch hier schon Vorteile (da die Termine viel länger gehen und mehr geklärt werden kann) und sich so u.a. auch in vergleichsweise niedrigeren Frühgeburtsraten äußert.

    Daher habe ich meine beiden Kinder und mich in der Schwangerschaft ausschließlich von einer Hebamme meines Vertrauens betreuen lassen und auch daheim zur Welt gebracht, weil die Auswertung zeigt (siehe QUAG), dass die Geburt daheim mindestens genauso sicher ist, wie in der Klinik, aber beiweitem weniger Komplikationen für Mutter und Kind bereithält. :-)

    Hier noch ein paar weiterführende Artikel zum Thema:
    http://www.geburtswissen.net/news/die-vordere-muttermunds-lippe-wie-man-eine-perfect-laufende-geburt-ruiniert/
    http://www.geburtswissen.net/news/die-plazenta-wichtiges-reanimations-werkzeug/
    http://www.geburtswissen.net/news/die-geburt-einer-frau-ist-die-stunde-ihrer-grossten-wurde-tatsachlich-/
    http://www.geburtswissen.net/news/die-geburt-aus-babys-perspektive/
    http://www.geburtswissen.net/news/pressen-uberlassen-sie-es-den-experten-/
    http://www.geburtswissen.net/news/wenn-die-nabelschnur-um-den-hals-liegt-/

    • Liebe Birte,
      vielen Dank für deinen Beitrag! Für mich ist das Thema natürliche Geburt und Schwangerschaft (und viele Punkte aus deinen Ausführungen) eigentlich auch Paleo. Für paleokinder.de gehört so viel mehr als nur das Essen zu einem ursprünglichen Lebensstil. Leider kommen wir mit dem Posten nicht hinterher, weshalb wir uns sehr über solche Kommentare freuen.
      Spannend deine Ausführungen zum Thema moderne Sitzgelegenheit und Platz für das Kind. Das sehe ich genauso. Aber es geht noch weiter: Schuhe mit hohen Hacken und damit meine ich nicht nur die High-Heels sondern alles, was eine Erhöhung im hinteren Fußbereich hat. Das verändert vollkommen die Beckenstatik und führt zu den gleichen Effekten. Leider gilt das auch für das landläufige Beckenboden-Training, was leider eher kontraproduktiv ist und den Abstand zwischen Steißbein und Schambein noch mehr verkürzt, obwohl eigentlich mehr Platz vonnöten wäre. Ich kann hierzu die Arbeit von Katy Bowman empfehlen. Hierzu folgt bald mehr.
      Ja, man kann Beckenendlagen sehr gut spontan vaginal gebähren. Aber leider nur in der Klinik! Und hier auch nur bis zu einem bestimmten Gewicht des Kindes. Und das Gewicht des Kindes hängt stark vom Gewicht und der Ernährung der Mutter ab. Es bestehen m.E. immense Zusammenhänge mit der Ernährung.
      Danke dir nochmals, herzliche Grüße von Jan

      • Lieber Jan,

        ja, das mit den Schuhen ist auch so eine Sache. Das mit dem Beckenboden-Training war mir allerdings neu, danke sehr für den Tip! Auf einen Artikel dazu würde ich mich natürlich auch freuen. :-)

        Und zu Beckenendlagen: In einem Geburtshaus wird man sicherlich kaum Glück haben, da Hebammen dort generell schon engere Grenzen gesteckt werden.

        Zu Hause ist schon etwas mehr Spielraum, auch allein schon was die Geburtsdauer betrifft. Und man hat halt ggf. noch zusätzlich den Spielraum zusammen mit einer guten Hebamme, die bereit dazu ist, etwas zu tricksen, damit sie auch wirklich alles an Wissen und Können ausschöpft, was ohne größere Risiken für Mutter und Kind möglich ist. So habe ich z.B. einen Zettel unterschrieben, dass ich gewisse Dinge auf meine eigene Verantwortung hin mache bzw. nicht machen will, damit die Hebamme aus dem Schneider ist. Ich weiß auch von Frauen, die ihre Hebamme offiziell nur im Notfall (kurz vor dem eigentlichen Austritt des Babys) dazu gerufen haben, obwohl es intern ganz anders abgelaufen ist. Und es gibt ebenfalls immer wieder Hausgeburten in Beckenendlage oder auch Zwillinge daheim. Dazu könnt ihr einfach mal im gleichnamigen Forum stöbern. :-)

        Mir persönlich war z.B. auch wichtig, dass ich auf meine eigene Verantwortung bei einer etwas früher stattfindenden Geburt (vor der eigentlichen Rufbereitschaft) daheim bleibe und bei einem wirklich hilfsbedürftigen Frühchen auch ein entsprechendes Krankenhaus zur Hand habe, was kein Risiko für die Gesundheit meines Kindes darstellt. Zum Thema der fehlgeleiteten Frühchen-Medizin kann ich sehr das Buch von Dr. Marina Marcovich empfehlen.

        Von ihr veröffentlichte Zahlen zeigen z.B., dass

        – die Sterblichkeit von Frühgeborenen unter 1500g von 28% (österreichischer Landesdurchschnitt) auf 15% sank, die bei Frühchen unter 1000g von 55% auf 24%
        – Langzeitschäden bzw. schwere Behinderungen durch Gehirnblutungen sich von 30% auf 4% verminderten
        – Irreversible Lungenschäden (in Folge von Dauerbeatmung) sich sogar komplett vermeiden ließen
        – Dr. Marcovich hatte auch keinerlei Fälle von Augen- und Darmschäden zu verzeichnen
        – In den meisten Fällen konnten Babys mit nur 1200g nach Hause entlassen werden, obwohl das offizielle Entlassungsgewicht derzeit bei über 2000g liegt.
        – Künstliche Beatmung nur in 20% der Fälle nötig war – davon wurden nur 7% primär künstlich beatmet
        – Durch die geringe und meistens sehr kurze Dauer der künstlichen Beatmung brauchte es keine Ruhigstellung mit Medikamenten
        – Schon Kinder mit 600g waren in der Lage selbstständig zu trinken und zu atmen

        Leider wurde aufgrund solcher Erfolge eine Schmutzkampagne gegen sie gestartet. Kein Wunder, geht es ja gerade bei Frühchen um sehr sehr viel Geld.

  4. P.S.: Was man auch nicht oft genug erwähnen kann: Geburtsstillstände sind per se nichts Negatives. Es gibt sehr viele konstruktive Geburtsstillstände, wo der Körper der Mutter einfach Pause benötigen würde, um Kraft zu tanken (essen, schlafen usw). Stattdessen wird leider viel zu oft Stress gemacht und der Körper entgegen seiner Bedürfnisse „angefeuert“ (mit wehenfördernden Mitteln u.ä.) oder der Zustand gleich pathologisiert und ein Kaiserschnitt verordnet. Sehr schade.
    Und natürlich tragen vaginale Untersuchungen bei Geburten mit bereits geöffneter Fruchtblase, die länger dauern, als es die „Norm“ will, auch zu einem deutlich höheren Risiko einer aufsteigenden Infektion bei. Dabei ist der Körper sehr gut in der Lage eine Geburt zu meistern- egal ob deutlich länger dauernd oder kürzer – aber eben nicht auf all die Eingriffe vorbereitet, die heutzutage als Standard gelten.

  5. P.S.: Zu dem Gewicht des Kindes: Sicher spielt die Ernährung eine Rolle, aber wie ich aus verschiedenen Berichten weiß, ist auch ein angeblich zu großes Kind eher selten ein wirkliches Problem. Vieles was angeblich nicht geht, geht am Ende doch, wenn man Mittel und Wege kennt. Und die Schätzungen des Gewichts haben sich auch schon oft genug hinterher als Panikmache bzw. Fehleinschätzung herausgestellt. :-)

    Ich denke das Wichtigste ist erst einmal sich gut und kritisch zu informieren und dann zu entscheiden, was für einen persönlich der sicherste und risikoärmste Weg ist. Auch ein wenig beachtetes Thema z.B.: http://doula-ortenau.de/material/abwarten_nachgeburtsperiode.pdf

    LG

    • Lieben Dank, Birte! Das sind spannende Ausführungen. Ja, die monetären Interessen machen sehr viel kaputt. Aber wir bekommen an so vielen Stellen die Rechnung dafür. Dabei finde ich es nicht einmal am meisten problematisch, dass mit viel Geld bestimmte Lösungen gepusht werden, sondern, dass die Alternativen durch Lobbyarbeit verboten werden. Das fängt bei der Geburt an, wie du eindrucksvoll beschrieben hast und zieht sich über so viele Lebensbereiche hinweg (Tierhaltung, Lebensmittelverarbeitung, Medizinische Behandlung, Schulbildung etc. etc.). Aber wir finden schon unseren Weg:-) Alles Gute von Jan

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