Konflikte spielerisch lösen – So essen Paleokinder ihr Gemüse

Paleo Kinder

Das sind wir wieder. Sorry für die lange Abwesenheit. Es war alles etwas stressiger und nicht Paleo-Aktivitäten (z.B. am Rechner sitzen und schreiben) werden als erstes eingestellt. Des Weiteren besteht bei mir gerade eine Sinnkrise hinsichtlich der orthodoxen Paleo-Ernährung und des Entwicklungspfades, den „Paleo“ gerade einschlägt. Aber damit werde ich mich in kommenden Blog-Posts auseinander setzen. Aber dieser Krise wohnt auch etwas Gutes inne: Sie kann dazu führen, dass es Familien wesentlich leichter haben können, sich gesund und nachhaltig zu ernähren. Mehr dazu bald – nun zum Thema.

Essenskonflikte mit Paleo Kindern spielerisch lösen

Wie kann man Konflikte mit Kindern spielerisch lösen?

Viele Konflikte mit Kindern lassen sich spielerisch wesentlich einfacher lösen als mit Wortattacken seitens der Eltern. Jepser Juul nennt diese Worthülsen, die wir oft von unseren eigenen Eltern übernommen haben, übrigens: „Den Elternautomaten anwerfen“. Herrlich, oder?

Ein Beispiel zum spielerischen Ansatz mal ganz „un-paleo“: Ich möchte meiner Frau etwas Wichtiges erzählen und meine fast vierjährige Tochter redet die ganze Zeit dazwischen. An dieser Stelle möchte ich jetzt aber nicht mit ihr kommunizieren sondern eben mit meiner Frau. Ich sage meiner Tochter das und es funktioniert nicht. Sie redet jetzt extra dazwischen. Logisch. Ich schaue sie an, nehme ein Kissen und werfe es ihr an den Kopf. Sie lacht sich kaputt, ich lache mit und sage ihr, sie soll schon mal alle Kissen für eine Kissenschlacht zusammen sammeln. Sie ist fünf Minuten beschäftigt und ich habe mehr als ausreichend Zeit für ein Gespräch mit meiner Frau.

Konflikte mit Kindern zum Thema Essen

Meine Tochter hat gerade eine interessante Paleo-Interpretation. Die Ernährungsweise besteht aus Fleisch und Obst. Das ist kein Riesendrama, aber mir ist daran gelegen, dass sie auch Gemüse isst. Was wirklich gut funktioniert, ist Folgendes: Ich lege ihr zu ihren Hühnerflügeln Salat auf den Teller und sage: „Iss den Salat auf keinen Fall, der schmeckt wirklich furchtbar. Lass ihn einfach liegen, ich mag ihn auch nicht.“ Dann setze ich mich dazu, nehme mir selbst Salat und wiederhole die Aussage häufiger. Dazwischen nehme ich eine Gabel voll Salat, stecke sie in den Mund und äußere Geräusche und Murmeleien, die genau das Gegenteilige ausdrücken. Z.b. „Hmmmm, oooaaahhh, wie lecker.“ Eher zu mir selbst und leise, aber so, dass meine Tochter das voll mitbekommt. Dazwischen erzähle ich ihr immer mal wieder, dass sie das ekelige Zeug keinesfalls probieren sollte. Natürlich isst sie ihren gesamten Salat mit großer Begeisterung auf.

Geht so nicht der Ernst des Lebens an den Kindern vorbei?

Hoffentlich! Hinter solchen Bedenken steckt die Philosophie, dass man Kindern frühzeitig bestimmte Verhaltensmuster abgewöhnen soll, aus Angst davor, dass diese sonst nie weggehen. Beispiele: Kleinkinder im Familienbett liegen auch noch mit 16 Jahren dort. Lang gestillte Kinder werden sich nie von ihrer Mutter abnabeln. Getragene Kinder werden unselbstständig. Aber so funktioniert es eben nicht und alle Studien zeigen jeweils das Gegenteil.

Also: Wer es in Konflikte mit Kindern leichter haben will (z.B. beim Thema Paleo Essen), der kann ruhig den spielerischen Ansatz wählen. Das macht vieles leichter und vor allem lustiger! Bei Konflikten hilft es mir häufig, an ein tolles Motto zu denken: „Willst du recht haben oder glücklich sein?“

In diesem Sinne wünsche ich euch lustige Konflikte mit euren Kindern!

Herzlich, euer Jan

Übrigens: Wir haben uns entschlossen, für unsere treuen Newsletter Abonnenten einen exklusiven Download-Bereich einzurichten. Hier gibt es z.B. das eMagazin mit unseren absoluten Tipp-Highlights. Dieses Magazin wird regelmäßig erscheinen und nur für Newsletter Abonennten zugänglich sein. Unseren Newsletter könnt ihr rechts oben in der Seitenleiste abonnieren.

Wir freuen uns wirklich über eure Kommentare. Aber bitte: Alles was hier steht, ist unsere, auf Basis unserer Interpretation der wissenschaftlichen Literatur und auf Basis unserer Erfahrungen gebildete Meinung. Es ist bestimmt nicht die Wahrheit und wir möchten niemanden angreifen, der eine andere Meinung hat. Wir möchten anregen und helfen. Bitte formuliert auch eure Kommentare so. Danke!

 

8 Antworten

  1. Ich freue mich, wenn eshier mehr zu lesen gibt und bin gespannt auf den Text zur Sinnkrise.
    Ich finde es schön, neue Anregungen zur Ernährung der Kinder zu bekommen. das Thema Gemüse ist bei uns ein sehr schwieriges. Gemüse isst meine Tochter gar nicht, also gar nicht….außer püriert in einer Kürbis-Kartoffelsuppe.
    Ich glaube oder erlebe, dass Kinder, wenn sie kein Gemüse essen wollen auch kein Humor und keine lustigen Gesichter aus Paprika auf dem Teller helfen. Mein Humor ist, dass ich es einfach nicht schlimm finde. Dann gibt es eben Fleisch und Kartoffeln und Obst.
    Ich habe mal einen wunderbaren Kinderspruch gelesen: Meine Mama sagt immer, die Möhren schmecken gut……aber dann schmecken sie wie immer :)

    Es gibt Gemüse-Verächter unter Kindern genauso wie Fleischverächter, es entwickelt sich aber alles, was mit 3 oder auch 5 Jahren noch nicht in den Mund wandert, schafft es eben mit 8 Jahren. Locker bleiben ist mein Rezept, Humor behalten…..und abwarten.

    • Liebe Mandy, vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, locker bleiben ist das beste Rezept und mein beschriebener Tipp funktioniert garnatiert nicht immer. Und das macht auch nichts. Mein Jammern über Gemüseunlust ist auch auf hohem Niveau:-) Es ist aber faszinierend, wie sich die Erfolgsquote bei bestimmten Dingen erhöht, wenn man das Ganze spielerisch angeht. Aber das ist ja auch eine Form des „Locker bleibens“.
      Alles Gute und Liebe von Jan!

  2. Toller Artikel, Jan! Ich habe selber keine Kinder, aber werde öfters von Kundinnen gefragt, wie sie ihren Kindern denn das Gemüse-Essen schmackhaft machen können. Ich werden diesen Artikel gerne weiterleiten :-)
    viele Grüsse
    Julia

  3. Klasse Tipps. Es funktioniert wirklich. Natürlich nicht immer, aber die Quote ist deutlich höher. Gern mehr davon.
    Liebe Grüße von Suse

  4. Hallo Jan,
    der Artikel ist sehr hilfreich. Danke für die Empfehlung.

    Der Aspekt Kinder spielerisch an gesundes Essen zu führen ist genial. Nicht den Spieltrieb bremsen, sondern ihn ins positive lenken. Das ist für mich die Kernaussage aus deinem Artikel. Gesunde Ernährung für Kinder ist nicht nur wichtig, sondern erfordert auch ein wenig Aufwand. Der ist aber mit den oben genannten Methoden sehr „überschaubar“ und entlastet so auch die Eltern.

    Viele Grüße

    Christian

    • Lieber Christian,
      lieben Dank für dein tolles Feedback! Freut mich sehr!
      Euch viel Erfolg und alles Gute für Prinzippaleo!
      Herzliche Grüße von Jan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *